
Im Testament bestimmt Alfons, dass seine Frau mit einem Pfarrer und dessen Haushälterin seine Urne nach Italien bringen muss. Dort sollen sie die Asche mit Hilfe der Besitzerin jenes Campingplatzes, wo Alfons jahrelang Wanderurlaube gemacht hat, auf dem Gipfel seines Lieblingsberges verstreuen. Werden die vier Personen seinen letzten Willen erfüllen?
Besetzung:
Bernadette Baldauf: Gabriele Truskawetz
Pfarrer Hubert Kaupa: Arno Knapp
Luise Markovsky: Anita Bock
Valentina Rossi: Vera Chlumetzky
Regie: Eva-Maria Hrica
Musik: Christian Bock
Fotos: Matthias Leonhard
Termine:
Montag, 31. Mai 2010
Dienstag, 1. Juni 2010
Sonntag, 6. Juni 2010
Montag, 7. Juni 2010
Donnerstag, 10. Juni 2010
Freitag, 11. Juni 2010
Sonntag, 13. Juni 2010 und
Montag, 14. Juni 2010
Eintrittspreise:
Normalpreis EUR 12,-
Ermäßigung EUR 10,-
(für Schüler, Studenten bis 27 und
Senioren ab 60 sowie Personen mit Behindertenausweis)
Weitere Informationen unter www.nonnobis.at
Sobald sich der Fahrstuhl in Bewegung setzt, werden Sie all das hier vergessen haben, aber auf der Erde gibt es eine unbewußte Erinnerung an das, was außerhalb der Erde geschehen ist, eine tiefe Erinnerung, versteckt in den Windungen des Bewußtseins, die mit dem ersten Blick wiederkommt, in dem sich zwei Menschen, die sich ansehen, erkennen. Das nennt man: Liebe.
Ein seltsamer Empfangsbereich eines Hotels ohne Türen und Fenster, ein Lift, zwei stumme Angestellte – der Sportjournalist Julien hat keine Ahnung, wie er hierher gekommen ist und was er hier macht. Im Gespräch mit den anderen Gästen und dem geheimnisvollen Doktor S. erkennt er schließlich, dass dieses Hotel zwischen zwei Welten liegt, denn so wie die anderen Gäste liegt auch Julien im Koma, in einem Zustand zwischen Leben und Tod.
Vor diesem Hintergrund entspinnen sich Gespräche über die großen Themen des Lebens, entwickelt sich eine zarte Liebesgeschichte zwischen dem Pessimisten Julien und der lebensfrohen Laura. Doch ihr Aufenthalt hier ist nicht von Dauer – irgendwann müssen alle in den Aufzug steigen, ohne zu wissen, wo dieser sie hinbringen wird: hoch in den Himmel und in den Tod, oder hinunter auf die Erde und zurück ins Leben?
Das Stück "Hotel zu den zwei Welten" beschäftigt sich hauptsächlich mit zwei Themenkomplexen über die wir alle schon einmal nachgedacht haben: das Leben und den Tod. Wie führe ich ein erfülltes Leben? Was ist mein Beitrag dazu? Was passiert nach diesem Leben? Gibt es noch andere Leben? Wie ist der Tod? Gibt es ein Leben nach dem Tod? Wie sähe ein solches Leben oder eine solche Existenz aus? In welcher Weise existiere ich dann? So viele Fragen und noch mehr werden in diesem Stück behandelt. Éric-Emmanuel Schmitt, französischer Autor und Philosoph, nähert sich ganz behutsam diesen sensiblen Themen und bietet Vorschläge zu einem neutralen Umgang mit ihnen ohne Verzweiflung oder das Gefühl der Ohnmacht. Schmitt möchte den Menschen mit seinen Werken helfen:
"Sagten nicht Molière und Racine in ihren Vorworten, dass das Theater die Kunst des Gefallens sei? Und gefallen heißt nicht verführen, sondern den anderen respektieren, Interesse in ihm wecken wollen, ihn mitnehmen, ohne seine Hand loszulassen; und weiter: ihn bis zum Ende begleiten, … Zu viele Autoren begnügen sich damit, Verwirrung zu stiften und lassen einen dann auf halbem Weg stehen."
(Zitat: http://www.eric-emmanuel-schmitt.com/de/)
Er macht Vorschläge in welche verschiedenen Richtungen ein bestimmter Themenkomplex gedacht werden kann. Ein Leitgedanke im "Hotel zu den zwei Welten" ist das Lernen, mit der Unwissenheit zu leben und der liebevolle Umgang mit der oft so verhassten Ungewissheit.
Des Weiteren spielen die Emotionen in Schmitts Werken eine bedeutende Rolle:
"Mit der Emotion nehmen Sie den Zuschauer an der Hand und auf intellektueller Ebene führen Sie ihn zu etwas anderem hin. Auch ein intellektuelles Theater muss sich auf Emotionen stützen."
(Zitat: http://www.eric-emmanuel-schmitt.com/de/)
Es wird sehr menschennahe und persönlich dargestellt, wie sich die unterschiedlichsten Charaktere in einer abstrakten Welt zwischen Leben und Tod verhalten, und wie sie damit umgehen.
Eric-Emmanuel Schmitt, der am 28. März 1960 in Sainte-Foy-lès-Lyon geboren wurde, gehört mittlerweile zu einem der weltweit meistgelesenen und meistgespielten französischen Autoren.
Er studierte in Lyon und Paris, und promovierte in Philosophie mit dem Thema "Diderot und die Metaphysik". Im Anschluss unterrichtete er drei Jahre lang in Cherbourg und an der Universität in Chambéry, ehe er als Theaterautor mit dem Stück "Der Besucher" bekannt wurde. Es folgten zahlreiche weitere Theaterstücke – darunter auch "Hotel zu den zwei Welten" –, die von Publikum und Kritikern gleichermaßen gut aufgenommen wurden.
Eric-Emmanuel Schmitt schrieb auch mehrere Romane und Erzählungen, in denen das Thema Religion und Glaube einen wichtigen Platz einnimmt. Sein bekanntestes Prosawerk ist die Erzählung "Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran", die 2003 verfilmt und 2004 mit dem Deutschen Bücherpreis ausgezeichnet wurde.
Derzeit lebt Eric-Emmanuel Schmitt, der neben der französischen auch die belgische Staatsbürgerschaft besitzt, in Brüssel.
Leben ist nicht selbstverständlich, es ist ein seltsames Geschenk, das man, bekommt man es zum zweiten Mal, besser zu schätzen weiß.
(Éric-Emmanuel Schmitt)
"Hotel zu den zwei Welten" (im Original "Hôtel des deux mondes") erschien 1999, und wurde im selben Jahr am Théâtre Marigny uraufgeführt. Seither wurde das Stück in über 15 Ländern in vielen verschiedenen Sprachen gespielt. Nach eigenen Aussagen weiß der Autor nicht mehr, wie ihm die Idee zu dem Hotel und dem Aufzug kam, er wurde aber beeinflusst durch Erfahrungen von Verwandten und Freunden, die im Koma lagen und nach dem Erwachen oft eine andere – positivere – Lebenseinstellung hatten.
(Quelle: http://www.eric-emmanuel-schmitt.com)
Diese positivere Einstellung zeigt sich auch an Julien: Er verlässt das Hotel als ein anderer Mensch als der, der es betreten hat. Die Zuschauer lernen ihn kennen als lebensverneinenden Menschen, und verlassen ihn als lebensbejahenden Menschen – unabhängig davon, ob ihn der Aufzug hinauf oder hinunter bringen wird.
Im Sinne des Autors ist auch meine Inszenierung darauf ausgerichtet, den Menschen zu helfen. Wir lassen das Publikum nicht alleine mit den riesengroßen Gedankenbündeln um Leben und Tod. Es muss also eine Inszenierung sein, die Lösungsvorschläge bietet, und nicht nur Missstände aufzeigt, denn die meisten sehen die Probleme, haben aber keine Lösungen oder bekommen keine Ideen, wie Lösungen aussehen können. Somit wird möglicherweise erst gar nicht darüber nachgedacht. Wenn jedoch Lösungsvorschläge eingebracht werden, gibt das Ansporn zur Reflexion. Auf textlicher Ebene führten mich diese Überlegungen zu folgenden Fragestellungen: Wie kann dieser teilweise humorvolle, vor allem jedoch philosophische Text, der zum Nachdenken anregen und den Menschen helfen soll, bestmöglich in Szene gesetzt werden? Wie kann Text am besten verstanden werden? Welche Bedingungen müssen geschaffen werden? Und wie kann nonverbaler Text verbale Gestalt annehmen? In diesem Stück ist nicht nur Sprache für den Transport des Textes nach außen zuständig, sondern vor allem auch Mimik und Gestik in Form der Personen in Weiß, die stumme Rollen sind. Dabei verwandelt sich das scheinbar Unbedeutende, wie jemandem einen Schlüssel über den Tresen zu schieben, in etwas Bedeutendes und wird zum Informationsträger.
Wenn ich über den Text hinaus auch über die Gefühlswelten des Stückes nachdenke, eröffnet sich eine weitere Masse an Fragen: Welche Gefühlszustände durchwandern die Charaktere? Wie können diese Gefühlszustände nach außen getragen werden? Wie können diese Gefühlszustände dem Publikum helfen? Um Gefühle und Text passend in Szene zu setzen, beziehe ich mich auf den Grundgedanken des Theaters: sämtliche Künste spielen zusammen und ergeben ein Ganzes. Nicht nur Sprache, Mimik und Gestik sind von fundamentaler Bedeutung, sondern auch die Materialen, die die Charaktere umgeben, sei es in Form eines Bühnenbildes, Kostümes, oder in Form von Licht und Musik. Welche Materialen werden auf welche Weise eingesetzt, und wie verändert sich die Szene durch den Einsatz bestimmter Materialien? Hierbei spiele ich wieder mit Details. Die Welt mit Kinderaugen sehen, indem man sich lange mit Kleinigkeiten beschäftigen kann, wie mit einem einfachen Tuch. Wie kann ich es halten? Wie kann ich es verformen? Auf welche verschiedenen Arten und Weisen kann ich es betrachten?
Es geht in dieser Inszenierung nicht nur um Inhalte, Gefühle und das Spiel mit Materialien, sondern auch um Relationen. Die Relation der SchauspielerInnen zum Raum, der sie umgibt, zu den Materialien in diesem Raum und vor allem zu den anderen Menschen in diesem Raum. Dabei ergeben sich bestimmte Personen- aber auch Materialkonstellationen. Wie architektonische Bausteine bewegen sich die Charaktere zueinander und vermitteln in ihrer Konstellation bestimmte Gefühle, Texte und Subtexte, über die sie sich in dem Moment vielleicht noch gar nicht im Klaren sind. Da das gesamte Stück in einer Szene spielt, und die Charaktere also die gesamte Spielzeit in einem einzigen Raum zubringen, hat jeder Charakter in dem Stück bevorzugte Plätze in diesem Raum. Auch im realen Leben präferieren die Menschen meist eine Örtlichkeit in einem Raum. Dieser Vorgang muss nicht einmal bewusst stattfinden. Er zeigt sich schon bei einem Kaffeehausbesuch, wenn man die freie Tischwahl hat: wohin setze ich mich am Liebsten? Dies sagt etwas über den Menschen aus oder auch über den Zustand, in dem sich die jeweilige Person gerade befindet. Dabei ergeben sich des Weiteren die Fragen: Auf welche Weise kann ich mich wie auf welchen Gegenständen bewegen? Wie kann ich wo sitzen? Wie kann ich die Gegenstände noch verwenden als zu ihrem herkömmlichen Gebrauch?
Auch die Kostüme sagen viel über den Stückinhalt aus. Sie erklären, wie die Personen zu sich selbst und zu anderen stehen. Doktor S., zum Beispiel, wird von allen Charakteren anders wahrgenommen, dementsprechend sieht sie für jeden Charakter anders aus. Der Stückanfang suggeriert eine große Macht, die von Doktor S. ausgeht. Im Verlauf des Stückes muss sie sich und den anderen Personen eingestehen, dass sie gar keine Macht hat, und es stellt sich heraus, dass die wahre Kraft, die eine positive ist, den non-verbalen Personen in Weiß, die zunächst nur eine Dienerfunktion auszuführen scheinen, zugeschrieben ist. Aus diesem Grund bröckelt auch optisch die Fassade von Doktor S., während jene der Personen in Weiß an Prunk und Ausstrahlung zunimmt.
Licht und Musik schaffen mit ihren Mitteln die erwünschte Atmosphäre und runden somit das Bild ab.
Besetzung:
Doktor S.: Rita Dummer
Präsident Delbec: Peter Hochpöchler
Laura: Tina Pfeifer
Marie: Laura Schiller
Julien Portal: Klaus Schaurhofer
Magier Radschapur: Nardo Vogt
Personen in Weiss: Isabella Jeschke & Flora Resl
Inszenierung: Nicole Walther
Dramaturgie: Judith Oliva & Astrid Stangl
Produktion: Eva Drnek
Musik & Sound: Andreas Gabriel
Regieassistenz: Astrid Stangl & Susi Waidacher
Maske / Kostüm: Laura Schiller, Isabella Lukas & Elisabeth Orasch
Ausstattung: Kathrin Best
Weitere Informationen unter www.theatervereinvision.at
In einer Welt, in der ohnehin nur oberflächlich alles gut ist, deren goldener Schein längst angelaufen ist, findet sich das Selbst als einzige (unbeständige) Konstante wieder: Während eines Ferienaufenthaltes wird Fräulein Else von ihrer Mutter dazu gedrängt, den reichen Herrn von Dorsday um eine große Summe Geld zu bitten. Er willigt ein, das Geld zu überweisen, unter einer Bedingung: Er möchte Else nackt sehen.
"Ich verkaufe mich nicht, ich schenke mich her"
"Heute interessiert mich nicht mehr nur die Psyche dieser einen Figur des Fräulein Else, bedeutsam wird das Verhalten des Zuschauers, der voyeuristische Blick, der bereits im Text thematisiert wird, der aber auf der Bühne noch auf ganz andere Weise ausgestellt werden kann, insofern bereits das Theater an sich, ein Medium des Zu-Schauens, des Sehens und Beobachtens ist.", so die Regisseurin Andrea Imler.
Fräulein Else wurde in der Vergangenheit häufig als Monolog inszeniert. Diese Inszenierung arbeitet mit fünf Schauspielern. Die in der Novelle Schnitzlers angelegte Handlung wurde dabei auf das Wesentliche reduziert, insgesamt wurde der Text Schnitzlers zu einem Großteil übernommen, jedoch stark gekürzt und neu angeordnet. Der Bühnenraum tritt hinter den Text zurück, dieser wird durch Projektionen und Toneinspielungen unterstützt. Ziel ist es, einen audiovisuellen Flow zu erzeugen, eine Spirale, die Else immer weiter mit sich nimmt und nur ein einziges Ende kennt: Den Tod der Protagonistin.
In einer Bearbeitung und unter der Regie von Andrea Imler, in einem Bühnenbild von Nina Salak und Kostümen von Roshi Porkar spielen Daniela Zacherl, Kai Krösche, Sophie Prusa, Sebastian Schley und Miriam Torwesten.
Besetzung:
Fräulein Else: Daniela Zacherl
Dorsday: Kai Krösche
Paul: Sebastian Schley
Cissy: Sophie Prusa
Tante: Miriam Torwesten
Regie: Andrea Imler
Produktionsleitung: Elisabeth Gamperl
Produktionsassistenz: Joanna Przadka
Weitere Informationen unter www.stuthe.com
Der Mann ist fremd in der Stadt, hat hier einen Termin. In einer anderen Stadt hat er Frau und Kinder. Er setzt sich kurz auf eine Bank. Eine Frau kommt auf ihn zu. Buchstäblich wirft sie sich ihm an den Hals. Er nimmt sie mit in sein Hotelzimmer. Der Termin ist schnell vergessen, und bald hat der Mann auch keine Frau und keine Kinder mehr und keinen Beruf, nur noch das Hotelzimmer und die Bank im Park, auf der er ab jetzt auf sie wartet.
Ist Liebe eine Geisteskrankheit?
In vier knappen Szenen zeigt das Drama Winter wie sich ein junger, braver Familienvater haltlos in einer Amour fou verliert. Für ihn wird aus einer zufälligen Begegnung das Ende seines bürgerlichen Daseins und der Beginn einer völligen Verausgabung im Liebeswahn.
"Die kunstvolle und doch schlichte Sprache von Jon Fosse hat mich sofort fasziniert", so Regisseur Nico Nothnagel. Als größte Aufgabe hat sich Nico Nothnagel gestellt diese, teilweise nur aus einzelnen Wörtern und vielen Wiederholungen bestehende Sprache möglichst alltäglich auf die Bühne zu bringen. Der Regisseur erklärt weiter: "Das Interessante für mich besteht in der Sprachlosigkeit im Stück, welche direkt auf die Vereinsamung und Entfremdung in der heutigen Gesellschaft projiziert werden kann."
Die Inszenierung ist das Regiedebüt des Schauspielers Nico Nothnagel, der zuletzt als Gast zum Ensemble des Maxim Gorki Theaters in Berlin gehörte. Weiters spielen die aus Bayreuth stammende Schauspielerin Wiebke Rohloff (Die Frau) und der aus Bielefeld stammende Schauspieler Can Fischer (Der Mann). Die Ausstattung stammt von Joanna Surowiec.
Winter wurde bereits mit großem Erfolg in Berlin sowie bei Gastspielen in Hamburg, Bielefeld und Paris gezeigt. Im März 2009 wurde die Produktion im Kleisthaus in Berlin wieder aufgenommen. Dort wurde die Inszenierung in Zusammenarbeit mit der norwegischen Botschaft zum Länderschwerpunkt Norwegen gezeigt.
Im Anschluss an die Vorstellung findet ein Publikumsgespräch mit dem Ensemble und dem Literaturübersetzer Hinrich Schmidt-Henkel statt.
Besetzung:
Der Mann: Can Fischer
Die Frau: Wiebke Rohloff
Regie: Nico Nothnagel
Regieassistenz: Carsten Stier
Abendspielleitung: Lissy Pernthaler
Bühne und Kostüme: Joanna Surowiec
Fotografie: Krzysztof Pukanski
Licht und Tontechnik: Claudia Rutz
Produzent: Lettrier
Weitere Informationen unter www.winter-fosse.de
Nach der erfolgreichen Zusammenarbeit für das Album "density" haben sich Markus Kienzl und Tania Saedi erneut für die Produktion des Solowerks von Frl. Saedi zusammen getan...
Besetzung:
Professor: Vlad Vasiliu
Schülerin: Petronela Buda
Dienstmädchen: Liliana Lupan
Regie: Geirun Tino
Besetzung:
Perikles: Hideaki Ishii
Simonides, Cerimon: Hajime Mori
Thaisa, Marina: Atsuko Ogawa
Antiochus, Boult: Gouki Ogawa
Helicanus, Cleon: Kiyomitsu Mizuuchi
Dionysa, Bawd: Yuko Yamashita
Lord, Seemann: Hiroaki Tanaka
Thaliard, Lysimachus: Haruo Sekiguchi
Escanes, Leonine: Ryusuke Saito
Regie: Nicholas Barter
Vier einander fremde Personen sitzen zusammen in einem Zugabteil. Diese gemeinsame Reise ist der Ausgangspunkt für die Geschichten, die der Wiener Autor Jorghi Poll in seinem Werk "Die Hängenden Gärten" erzählt und das am 6. Juni im Pygmaliontheater in Wien als Welturaufführung auf die Bühne gebracht wird. Die Geschichten erzählen von Mord und Grausamkeit, aber auch von Liebe und Hoffnung.
"Hoffnung? Worauf?" heißt es im Stück. "Auf die Menschen vielleicht" so lautet die Antwort.
Regisseurin Karoline Hartel ("Rattenkinder", UA 2007, Wien) begibt sich in ihrer zweiten Regiearbeit auf eine Spurensuche nach Identität, Nähe und Distanz. Was sind das für Gärten, nach denen man sucht? Was passiert mit Geschichten, die man erlebt, aber nicht erzählen kann? Wo liegen die Grenzen zwischen Wahrheit und Fiktion, zwischen Leben und Träumen?
Ein Tagebuchschreiber (Kilian Klapper) flüchtet sich in Traumwelten, während die ihm gegenüber sitzende Sozialarbeiterin (Katrin Hammerl) einen geheimnisvollen Brief liest. Ein junges Mädchen (Charlotte Krempl) fährt in seine Heimat zurück und sitzt neben einem Dieb (Karim Rahoma), der für seine Taten büßt, aber nicht aufhören kann zu stehlen. Hartels Inszenierung konzentriert sich auf die Wahrnehmung der Figuren und stellt eine Grundfrage des Theaters: Welche Möglichkeiten gibt es, um eine Geschichte zu erzählen?
Der Titel "Die Hängenden Gärten" verknüpft das Bild des untergegangenen Weltwunders mit den Innenwelten der Figuren, ein Garten, der sich aus Erinnerungen und Erzählungen konstituiert. Das Publikum wird auf eine Reise mitgenommen und mit einem komplexen Wechselspiel konfrontiert, in dem nicht nur die Figuren verschiedene Rollen einnehmen, sondern auch die Trennlinie zwischen Wahrheit und Lüge aufgehoben wird. Es ist nicht mehr wichtig, ob die Geschichte stimmt oder nicht. Oder wie der Tagebuchschreiber formuliert: "Phantasie. Was hab ich sonst noch?"
| Besetzung: | |
| Ein Tagebuchschreiber: | Kilian Klapper |
| Sozialarbeiterin: | Katrin Hammerl |
| Ein junges Mädchen: | Charlotte Krempl |
| Ein Dieb: | Karim Rahoma |
| Regie: | Karoline Hartel |